Hinter jedem guten Produkt steckt der Wille, es ein wenig besser zu machen, als das, was es schon gibt. Und natürlich die Menschen, die eben daran arbeiten. Die Idee hinter der MAYA Kaffeerösterei ist einfach: Wir verkaufen einen handwerklich veredelten Premium-Kaffee, der allen Spaß bringt: Den Bauern, die unseren Kaffee anbauen, weil wir ihnen einen fairen Preis zahlen.

 

Guatemala & Mexiko 2017

 

 

Wie jedes Jahr haben wir uns auf den Weg gemacht nach Guatemala und Mexico, um zu schauen, wie die Situation vor Ort ist, d.h. die Situation des Kaffees und der neuen, laufenden Ernte, über Qualitäten, Schädlingsbefall und Erntemengen, über die Situation in unserem Schulprojekt in Lampocoy und über die Entwicklung unserer Kooperative Tierra Nueva in Mexico, mit der wir schon seit vielen Jahren zusammen arbeiten.

Als erstes sind wir jedoch nach Guatmala  gereist in unser Projektgebiet im Lampocoy. Hier ist die politische Lage momentan sehr in Aufruhr. Es gibt dort einen neuen gewählten Präsidenten mit dem Namen Jimmy Morales. Dieser versucht, die bestehenden Steuergesetze durchzusetzen, und damit verbunden, die nicht gezahlten Steuern der letzten 5 Jahre einzutreiben, da bisher hier fast niemand Steuern gezahlt hat. Dem will er entgegenwirken, was nicht unbedingt in allen Teilen der Bevölkerung auf Gegenliebe stößt. Hieraus resultiert ein weiteres Problem, auch für uns: Die Kooperative in Lampocoy, mit der wir zusammen arbeiten, besteht aus 23 Klein- und Kleinstbauern mit durchschnittlichen Anbauflächen von 5 Hektar. Aufgrund der geringen Größe und der niedrigen Einnahmen der Bauern, die von jeher am Existenzminimum leben, sind Kooperativen wie diese von jeglicher Art Steuern befreit. Nun versuchen die großen und reichen Kaffeebauern den Kooperativen beizutreten, um Steuerzahlungen vorzubeugen, was ihnen in Teilen auch gelingt. Auf diese großen Mengen Kaffee sind die Kooperativen in den Schritten nach der Ernte, d.h. in den Phasen der Aufbereitung des Kaffees, nicht vorbereitet, und die Anlagen, die so genannten „Beneficios“, in denen der Kaffee gewaschen, fermentiert und getrockent wird, sind für diese Mengen nicht ausgelegt. Die „Micro-Lots“ (ausschließlich von einer einzigen Plantage stammender Kaffee) der Kooperative können nun überhaupt nicht mehr separat aufbereitet werden, was für die Einhaltung der Qualitätsmerkmale jedoch sehr wichtig ist.

Um dem entgegen zu wirken, haben wir uns ein weiteres Beneficio angeschaut, direkt im Ort Gualan, welcher unten im Tal liegt. An den Plantagen oben in den Bergen ist es immer wieder zu Problemen in der Trocknung gekommen. Durch die Passatwinde kommt es hier zu erheblicher Feuchtigkeit und starken Niederschläge ganzjährig, so dass der Kaffee dann häufig in großen Trommeltrocknern bei ca. 60 Grad Celsius getrocknet werden muss. Diese Trommeltrockner werden mit Holz befeuert, was ökologisch nicht gut ist. Außerdem ist die Trocknung in der Sonne für die Qualität des Kaffees auch deutlich besser. Das Beneficio in Gualan liegt in einem Tal, in dem absolute Trockenheit herrscht, dort muss nicht auf Trocknungsöfen zurückgegriffen werden. Der Kaffee kann hier vollständig in der Sonne trocknen.

Wie wir im Nachgang zu unserer Reise erfahren haben, konnte die Kooperative mittlerweile das neue Beneficio anmieten, so dass weiterhin der separaten Aufbereitung unseres Kaffees aus dem Micro-Lot der Familie Vasques nichts mehr im Wege steht, was hervorragend für die Qualität ist.

Als nächstes haben wir unsere Schule besucht und dort die Toiletten und die Küche, die nach unserem Besuch vor Ort im letzten Jahr dank vielfältiger Unterstützung unserer Kunden, Gäste und Mitarbeiter neu gebaut worden sind, in Augenschein genommen. Wir freuen uns sehr, dass die Kinder jetzt ein vernünftiges, warmes Mittagessen dort bekommen und die Schule über ordentliche Sanitäranlagen verfügen kann. In diesem Jahr haben wir hier keine weiteren Hilfsmaßnahmen zu tätigen.

Aufgrund der Situation vor Ort haben wir uns entschieden, dass wir im laufenden Jahr die 3  Gesundheitsposten, die jeweils zentral für alle Bauern und deren Familien gelegen sind und von einer Krankenschwester betreut werden, mit Medikamenten, Fieberthermometern und Blutdruckmessgeräten ausstatten werden. In Lampocoy, dem so genannten „Armenhaus von Guatemala“, fehlt es an sämtlichen Medikamenten, von einfachen Kopfschmerztabletten bis hin zu dringend benötigten Antibiotika für schwere Infektionen. Dies kommt allen Bauern in der Region –und natürlich auch den Mitgliedsfamilien unserer Kooperative- zu Gute. Aus der Kaffeesack-Weihnachtsaktion bei uns im Café können wir den ersten Betrag hierfür bereits sofort verwenden.

Am nächsten Tag haben wir die Plantage der Familie Hermanos Vasques besucht. Hier beziehen wir seit dem letzten Jahr gemeinsam mit einem Rösterkollegen aus Süddeutschland die gesamte Ernte aus diesem „Microlot“ der Familie. Die Qualität sieht sehr gut aus. Wir hatten hier die Möglichkeit, bei der Ernte mit zu helfen.

Dann reisten wir weiter nach Mexico. Auch dort sind die Menschen aus Gründen der schwierigen Situation mit den USA in Aufruhr. Hier herrscht eine starke Unsicherheit wegen des geplanten Mauerbaus der USA, sowie den im Gespräch stehenden Strafzöllen. In Tapachula, der nächst größeren Stadt in unserem Anbaugebiet Chiapas, kam es eine Woche vor unserer Ankunft zu massiven Plünderungen. Wir konnten sehen, dass von zahlreichen Geschäften die Scheiben eingeschlagen waren. Die Polizei konnte oder wollte nicht einschreiten… Also ist auch in diesem Land die Situation momentan sehr schwierig.

Durch persönlichen Kontakt zu unserer Gründerin von MAYA, Frau Zimprich, hatten wir die Möglichkeit, eine große Plantage zu besichtigen, die seit über 100 Jahren in Familienbesitz ist. Hier konnten wir ein echtes Naturparadies mit einer unglaublichen Pflanzenvielfalt erleben, in welchem vom ersten bis zum letzten Schritt, von der Aufbereitung bis hin zur Verschiffung des Rohkaffees, alles vollständig durchführt wird. Hier wird der Kaffee wie vor 100 Jahren noch von Hand sortiert. Diese Plantage liegt hoch über weiteren kleinen Parzellen sowie über einer Ansammlung von Häusern und versorgt mit ihrem selbst gebauten Bachlauf alle darunter liegenden Häuser mit frischem Trinkwasser -und das kostenlos- was hier nicht selbstverständlich ist.

Am nächsten Tag führte uns der erste Weg in die Bodega der Tierra Nueva. So wie in jedem Jahr, haben wir uns hier mit dem Vorstand der Kooperative getroffen, wurden herzlich begrüßt, und uns wurde berichtet, was sich seit unserem Besuch im letzten Jahr innerhalb der Kooperative verändert bzw. weiterentwickelt hat. Wir freuen uns sehr, dass mit der Übergabe der zweiten Hälfte der von uns gestifteten Pakete -bestehend aus Machete, Hacke und Schaufel- an die Bauern jetzt jede Mitgliedsfamilie innerhalb der Kooperative mit den dringend notwendige Gerätschaften ausgestattet werden konnte. Erfreulich ist, dass die Anzahl der angeschlossenen Klein- und Kleinstbauern von 200 im Vorjahr auf jetzt 242 angewachsen ist. Die gesamte Ernte ist dadurch von 5000 Sack auf nunmehr 6000 Sack angestiegen.Im Rahmen unseres Besuches konnten wir auch die ersten Paare Sicherheitsschuhe für die Bauern übergeben. In den Jahren zuvor hatten wir erlebt, dass die meisten Arbeiter auf den Plantagen lediglich über Flip-Flop Sandalen verfügen, die weder Schutz noch Halt für die Füße geben und es immer wieder zu Verletzungen durch Schlangenbisse kommt. Weitere Sicherheitsschuhe sollen folgen.

Dann haben wir ganz kleine Parzellen zweier Kleinstbauern der Kooperative besuchen können. Dort haben wir intensiv über das seit Jahren herrschende Problem mit dem Kaffeepilz, der „Roja“ gesprochen. Insgesamt kann man sagen -was wir auch bei allen anderen Besuchen auf den Plantagen festgestellt haben-, dass die Bauern noch immer an den Folgen der Roja leiden, und sie auch noch Zeit brauchen, um zu der alten Ertragsstärke zurück zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass es hier nicht zu weiterem Schädlingsbefall im Kaffee kommt, da unsere Bauern ja nur mit natürlichen Mitteln dagegen ankämpfen können und keine Chemikalien einsetzen. Danach durften wir einmal wieder selbst „Hand anlegen“ und nach dem Ernten der Kaffeekirschen am Strauch auf einem so genannten manuellen „Pulper“, durch Drehen des Rades, das Fruchtfleisch des von uns geernteten Kaffees abquetschen und die Kaffeebohnen waschen.

An unserem letzten Tag in Mexiko sind wir eingeladen gewesen, die Plantage des Vize-Präsidenten der Kooperative anzuschauen. Diese Plantage ist uns nicht nur wegen ihrer wunderschönen Lage an einem großen Fluss und der großartigen Landschaft in bester Erinnerung geblieben. Hier durften wir auch ein äußerst seltenes Naturphänomen erleben: Am Abend zuvor hatte es einen kurzen, aber intensiven tropischen Regen gegeben. Dieser führte dazu, dass am nächsten Tag die gesamte von uns besuchte Kaffeeplantage in voller Blüte und auch in voller Ernte stand. Um uns herum roch es intensiv nach Jasmin. Das farben prächtige Schauspiel können wir nicht besser als diese schönen Foto beschreiben.

Wir freuen uns auf eine gute Ernte, die wir ca. im April hier in Hamburg in Empfang nehmen können. Und zum Schluss noch etwas Schönes in eigener Sache hinterher. Passend zu unserer Reise sind wir in der letzten Woche von der Deutschen Röstergilde unter anderem für unseren Guatemala Lampocoy Kaffee mit der Gold-Medaille ausgezeichnet worden. Wenn Sie mehr von unserer Reise sehen möchten, dann schauen Sie doch auf unserer Facebook-Seite facebook.de/mayakaffeeroesterei einmal rein. In diesem Sinne „Saludos“…